Posts in Wissenswertes
Farbe oder Schwarz-Weiß? Was ist besser?
julius@thomaswieland_600.jpg

Neulich bin ich wieder einmal gefragt worden, warum meine Headshots alle farbig sind. Portraits in Schwarz-Weiß sähen doch auch ganz schick aus.

Warum sollte also das Businessportrait auf der Webseite, das Profilbild auf Linkedin und Xing oder das Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf nicht schwarz-weiß sein sein?

Dafür gibt es einen guten Grund!

Egal ob als Businessportrait, Profilbild oder auch Bewerbungsfoto, dein Headshot ist oft der erste Eindruck, den sich andere Menschen von dir machen. Dein Headshot soll Vertrauen wecken, eine Verbindung herstellen, eine face-to-face Begegnung ersetzen, kurz: Nähe schaffen.

Und genau darin ist das farbige Bild seinem schwarz-weißen Pendant überlegen.

Medizinische Probleme außer Acht gelassen leben wir in einer farbigen Welt. Das gilt in der Regel auch, wenn sie uns medial vermittelt wird, wenn wir den Fernseher anmachen oder eine Zeitschrift aufschlagen. Deshalb ist ein Schwarz-Weiß-Foto immer eine Abstraktion von unserer farbigen Welt. Und wie jede Abstraktion schafft sie Distanz und gerade keine Nähe.

Oder wie es der renommierte US-amerikanische Fotograf Joel Sternfeld, der Anfang der 1980er Jahre der Farbfotografie in der Kunstwelt zum Durchbruch verhalf, formulierte:

Black and white is abstract; color is not. Looking at a black and white photograph, you are already looking at a strange world.
— Joel Sternfeld. Photographer

Natürlich kann diese “strange world” faszinierend sein. Mir fallen zuhauf Fotografen und Fotografinnen ein, von deren Schwarz-Weiß-Portraits ich immer wieder begeistert bin. Aber das sind alles keine Portraits, die im Kontext von Branding, Casting und Business verwendet werden.

Für Businessportrait, Profilbild oder auch Bewerbungsfoto gilt also: Farbe ist besser als Schwarz-Weiß, weil sie Nähe zum Betrachter schafft.

Wenn ich mit meinem Portrait aus der täglichen Bilderflut, der wir täglich ausgesetzt sind, herausstechen will, dann mache ich das deshalb nicht durch den Verzicht auf Farbe, sondern durch einen Headshot, bei dem Lichtsetzung, Hintergrund, Styling, Körperhaltung und Gesichtsausdruck so zusammenkommen, dass sie die Bildaussage perfekt umsetzen.

Quer, hoch, quadratisch oder kreisförmig? In welchem Format sieht euer Headshot am besten aus?

XING, LinkedIn oder auch Facebook nehmen euch die Entscheidung ab. Für euer Profilbild ist dort ein Quadrat bzw. ein Kreis vorgesehen. Doch für welches Format sollt ihr euch entscheiden, wenn es keine Vorgaben gibt, z.B. auf eurer Webseite oder eurem Werbeflyer? In welchem Format sieht euer Headshot am besten aus?

Quer, hoch, quadratisch oder kreisförmig?

Quer, hoch, quadratisch oder kreisförmig?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wie bei allen Geschmacksfragen kann es hier keine alleingültige Antwort geben. Letztlich müsst ihr selbst entscheiden, welches Format euch am besten gefällt. Als überzeugter Anhänger des Querformats bei Headshots kann ich euch aber verraten, weshalb ich dieses Format verwende, und euch so vielleicht bei der eigenen Entscheidung helfen.

Zunächst ist das Querformat das Format des bewegten Bildes, egal ob Kino, Fernsehen oder YouTube. Wenn wir unsere Film- und Videostars sehen, dann sehen wir sie im Querformat. Und das gilt natürlich auch, wenn die Kamera ganz nah ranfährt und unsere Stars im Closeup zeigt. Diese Referenz schwingt immer mit, wenn wir Headshots im Querformat betrachten, und davon profitiert die abgebildete Person.

Das wird besonders deutlich, wenn wir an ein Portraitfoto im Hochformat denken. Was uns da als erstes einfällt, ist das Passfoto. Und dem fehlt nicht erst, seitdem es biometrischen Kriterien entsprechen muss, jegliche Ausstrahlung.

Das Querformat bietet sich aber nicht nur wegen seiner positiven Referenzen an, sondern auch weil es der abgebildeten Person Raum gibt, ohne sie deshalb klein zu machen.

Wie die Formatreihe oben zeigt, erlaubt eigentlich nur das Querformat, Gesichter bildfüllend in Szene zu setzen und trotzdem noch großzügig Raum rechts oder links neben der abgebildeten Person frei zu lassen. Dieser negative space gibt der portraitierten Person Raum zum “Atmen”. Die Person definiert hier den Raum und nicht umgekehrt. Das unterstützt einen souveränen Auftritt.

In den anderen Formaten lässt sich ein ähnlich großzügiger negative space nur dadurch erzeugen, dass man mit der Kamera zurücktritt, d.h. einen größeren Bildausschnitt wählt. Damit wird aber nicht nur das Gesicht, um dessen Ausdruck es in einem Headshot ja vor allem geht, im Vergleich zur Bildfläche kleiner. Man muss auch mehr Oberkörper zeigen, der unterhalb der Schulterpartie aber kaum zur Bildaussage beiträgt.

Der positive Effekt des negative space verliert sich übrigens, wenn das Bild deutlich breiter als hoch ist. Die abgebildete Person wirkt dann wieder vom Raum dominiert und damit schnell “verloren”. Für mich ist das der Grund, weshalb ich im Format 4x5 fotografiere und nicht im klassischen Vollformat (2x3).

Jenseits seiner unterstützenden Funktion für die Bildaussage hat es aber auch einen ganz praktischen Grund, warum ich das Querformat bei Headshots bevorzuge: Es lässt sich–wie das Beispiel oben zeigt–problemlos in andere Formate überführen, ohne dass das Ergebnis unprofessionell aussieht. Das ist bei anderen Formaten nicht der Fall, wie vermutlich schon jeder einmal erlebt hat, der zum Beispiel ein Portrait im Hochformat quadratisch zuschneiden wollte. Da bekommt man schnell einen floating head–einen vom Rumpf abgetrennten Kopf, der im Bild zu schweben scheint.

Also: Auch wer zu dem Ergebnis kommt, dass ihm z.B. das Hochformat am besten gefällt, ist besser damit bedient, vom Fotografen seinen Headshot im Querformat zu bekommen. Denn da sind die anderen Formate gleichsam enthalten.

Wenn ihr jetzt einen erstklassigen Headshot im Querformat möchtet, der euch selbstbewusst, aufgeschlossen und richtig gut aussehen läßt, dann vereinbart am besten gleich einen Termin mit eurem Headshot und Portraitfotografen in München. Ihr bekommt euren Headshot von mir übrigens immer auch im quadratischen Zuschnitt, damit ihr ihn gleich als Profilbild im Sozialen Netzwerk hochladen könnt.

Wissenschaftler raten, sich bei der Wahl des Profilbildes auf andere zu verlassen

Wenn es darum geht, ein Bild für sein Profil im Internet auszusuchen, sollte man die Wahl des am besten geeigneten Bildes besser anderen überlassen. Zu diesem Schluss kommt eine empirische Studie, die Psychologen um David White von der University of New South Wales Sydney in der Fachzeitschrift Cognitive Research: Principles and Implications publiziert haben.

nasrin@thomaswieland.jpg

 

Die Wissenschaftler baten etwa 100 Studierende jeweils 12 unterschiedliche Portraitbilder von sich und einer unbekannten Person hinsichtlich ihrer jeweiligen Eignung als Profilbild für Facebook, ein Karrierenetzwerk (z.B. LinkedIn) und eine Datingsite (z.B. neu.de) zu bewerten. Außerdem sollten sie angeben, in welchem Ausmaß die Bilder den Eindruck von Attraktivität, Glaubwürdigkeit, Überlegenheit, Kompetenz und Vertrauen vermittelten.

Nachdem die Wissenschaftler die Ergebnisse mit einer weiteren Gruppe von Studierenden abgesichert und die Daten ausgewertet hatten, kamen sie zu einem interessanten Ergebnis: Wenn die Studierenden Bilder von Fremden hinsichtlich ihrer Eignung für eine bestimmte Plattform oder hinsichtlich des Eindrucks auf den Betrachter bewerten sollten, kamen sie zu einer ähnlichen Einschätzung wie die anderen Probanden. In dem Moment aber, in dem sie ihre eigenen Bilder beurteilen sollten, wich ihre Einschätzung von der Mehrheitsmeinung deutlich ab. Selbst- und Fremdbewertung gingen meßbar auseinander.

Anders formuliert: Die Bilder, mit denen sich die Studierenden selbst im Internet präsentiert wollten, unterschieden sich von den Bildern, die Fremde mehrheitlich für sie ausgewählt hätten. Ganz offensichtlich legen wir verschiedene Maßstäbe an, wenn wir Profilbilder von uns selbst und die von anderen beurteilen.

Das mag für den einen oder die andere nicht so überraschend sein, sollte uns aber dennoch zu denken geben. Denn unser Profilbild soll ja vor allem die ansprechen, mit denen wir uns anfreunden, für die wir arbeiten oder die wir als Kunden gewinnen wollen und nicht nur unserer Eitelkeit schmeicheln.

Also was tun? Die Auswahl des Profilbildes am besten Fremden überlassen?

Ganz soweit würde ich nicht gehen. Denn ein Profilbild, das man nicht mag, ist wie ein Kleidungsstück, in dem man sich nicht wohl fühlt. Beide sind nicht geeignet, das Vertrauen in sich selbst zu stärken. Und im Idealfall sollte ein Profilbild das eigene Selbstbewusstsein fördern und nicht hemmen. Du solltest dein Profilbild also mögen. Dein Lieblingsbild von dir muss es deshalb aber nicht sein. Wichtiger ist, dass es für seinen Verwendungskontext relevante Eigenschaften deiner Person vermittelt; in einem Karrierenetzwerk z.B. Kompetenz und Aufgeschlossenheit. Um sicher zu stellen, dass sich diese Eigenschaften auch tatsächlich in deinem Profilbild wiederfinden, solltest du dich deshalb bei der Bildauswahl von jemandem beraten lassen, der einen professionellen Blick mitbringt.

Das kann zum Beispiel die Karriereberaterin oder der Headshot Fotograf sein. Sie können dir bei der Auswahl der Bilder helfen und dir aufgrund ihrer Erfahrung sagen, warum welches Bild für welchen Verwendungskontext am besten geeignet ist. Auf diese Weise kannst du dich mit einem Profilbild im Internet präsentieren, das du nicht nur magst, sondern das auch tatsächlich für dich wirbt.

Die oben zitierte Studie findest du unter folgendem Link: https://doi.org/10.1186/s41235-017-0058-3

Und wenn du jetzt ein Profilbild möchtest, das dich selbstbewusst, aufgeschlossen und richtig gut aussehen lässt, dann vereinbare am besten gleich einen Termin mit deinem Headshot und Portraitfotografen in München. Ich berate dich selbstverständlich auch bei der Bildauswahl.

Warum fehlt da was vom Kopf?

Etliche Fotografen schneiden ihre Headshots so zu, dass ein Teil des Oberkopfes verloren geht. Ich bin da keine Ausnahme. Doch obwohl diese Praxis gar nicht so selten ist, besteht durchaus Erklärungsbedarf dafür, warum wir das machen. Anders formuliert: Warum fehlt da was vom Kopf?

marc@thomaswieland.jpg

Wie alle gestalterischen Elemente soll bei einem Headshot auch die Wahl des Ausschnitts die Bildaussage unterstützen. Ziel ist es in der Regel, die portraitierte Person selbstbewusst (und aufgeschlossen) zu zeigen. Zunächst braucht es dazu natürlich einen entsprechenden Gesichtsausdruck, den es dann aber durch weitere Elemente zu betonen gilt.

Zu nennen ist etwa die Kameraposition, die nicht zu hoch gewählt sein sollte, damit der Betrachter nicht auf die portraitierte Person “herabschaut”. Wichtiger für unsere Ausgangsfrage ist aber, dass die Augen der portraitierten Person im oberen Bildbereich–etwa auf der oberen Drittellinie–liegen sollten, da das einen selbstbewussten Ausdruck unterstützt. Das ist hier gezeigt.

Die Augen liegen auf der oberen Drittellinie.

Die Augen liegen auf der oberen Drittellinie.

Der Effekt, den diese Positionierung der Augen hat, wird besonders deutlich, wenn man zum Vergleich ein Bild wählt, in dem die Augen näher zur Bildmitte platziert sind, wie ich das beim folgenden Beispiel im rechten Bild getan habe. Hier arbeitet die Wahl des Ausschnitts–mit tiefer positionierten Augen und leerem Raum über dem Kopf–dem selbstbewussten Gesichtsausdruck entgegen. 

Die höhere Positionierung der Augen im linken Bild unterstreicht den selbstbewussten Gesichtsausdruck. Die Positionierung im rechten Bild wirkt dem entgegen.

Die höhere Positionierung der Augen im linken Bild unterstreicht den selbstbewussten Gesichtsausdruck. Die Positionierung im rechten Bild wirkt dem entgegen.

Der angeschnittene Kopf ist also dadurch begründet, dass der Fotograf die Augen der portraitierten Person nahe der oberen Drittellinie platzieren möchte, um einen selbstbewussten Gesichtsausdruck zu betonen. Der Kopf wandert im Bild nach oben und damit ein Teil des Oberkopfes über den Bildrand hinaus.

Nun könnte man den Bildausschnitt natürlich auch einfach großzügiger wählen und mehr Brustpartie zeigen. Dadurch würden die Augen der portraitierten Person automatisch im oberen Bildbereich zu liegen kommen, ohne dass man deshalb den Oberkopf abschneiden muss.

Dagegen spricht allerdings, dass es bei Headshots um Gesicht und Gesichtsausdruck geht, die es prominent ins Bild zu rücken gilt. Und so wichtig es dabei ist, die Schulterpartie der abgebildeten Person zu zeigen, um über die Kleidung eine berufliche bzw. soziale Verortung zu ermöglichen (und einen körperlosen Kopf zu vermeiden), so wenig hat die Brustpartie einen zusätzlichen Informationswert, weshalb auf sie verzichtet werden sollte.

Letzteres gilt auch deshalb, weil Headshots meist in relativ kleinen Abmessungen verwendet werden. Man denke zum Beispiel an ihren Einsatz als Profilbild im sozialen Netzwerk. Wenn hier die Hälfte des Bildes für grauen Anzugstoff verschwendet wird, hat es der Betrachter schwer, etwas aus dem Gesicht der portraitierten Person herauszulesen. Deshalb ist es besser, ein wenig vom Oberkopf abzuschneiden als einen größeren Ausschnitt zu wählen, um die Augen im Bild nach oben zu bringen.

Wer jetzt glaubt, dass nur Headshot-Fotografen auf die Idee kommen können, Köpfe anzuschneiden, der sollte sich eine beliebige Zeitschrift vornehmen und aufmerksam die Portraits darin studieren. Ich war selbst überrascht, wie häufig dort ein Teil des Oberkopfes fehlt. Aber das fällt meist gar nicht auf, da unser Hirn offensichtlich die fehlende Kopfpartie problemlos mitdenkt–kein Grund also, sich über angeschnittene Köpfe zu sorgen.

Dennoch will ich nicht ohne den Hinweis schließen, dass es selbstredend auch Verwendungszwecke für Headshots gibt, bei denen ein “ganzer Kopf” die bessere Lösung ist. Für mich ist das ein Grund, immer mit "ganzem Kopf" zu fotografieren und meine Headshots erst am Ende der Nachbearbeitung zuzuschneiden. So kann ich meinen Kunden beide Optionen geben.

Ob mit oder ohne Oberkopf, wenn du einen erstklassigen Headshot möchtest, der dich selbstbewusst, aufgeschlossen und richtig gut aussehen läßt, dann vereinbare am besten gleich einen Termin mit deinem Headshot und Portraitfotografen in München.

Was ist der Unterschied zwischen einem Headshot und einem Portraitfoto?

Zu den Fragen, die mir als Headshot- und Portraitfotografen regelmäßig gestellt werden, gehört die nach dem Unterschied zwischen einem Headshot und einem Portraitfoto. Die Frage ist eigentlich nicht richtig gestellt, denn ein Headshot ist ein Portraitfoto. Aber das ist natürlich keine befriedigende Antwort, weil umgekehrt nicht jedes Portraitfoto auch ein Headshot ist. Also anders gefragt: Worin unterscheiden sich Headshots von anderen Produkten der Portraitfotografie?

gang_lu2@thomaswieland.jpg

Häufig helfen bei derartigen Definitionsfragen formale Eingrenzungen, und das ist auch hier ein guter erster Schritt. Headshots zeichnen sich – der Begriff legt es nahe – dadurch aus, dass sie sich auf das Gesicht der abgebildeten Person konzentrieren und die Umgebung ausblenden. Kopf und Schulterpartie vor unscharfem oder neutralem Hintergrund sind deshalb fester Bestandteil der Bildsprache von Headshots. Doch das findet man natürlich auch bei vielen anderen Portraits, bei denen es sich trotzdem nicht um Headshots handelt.

Neben der formalen Dimension ist es deshalb sinnvoll, den Verwendungszweck von Headshots in den Blick zu nehmen, so dass man zu folgender Definition gelangt: Als Headshot, /ˈhedʃɑːt/, wird im englischen Sprachraum ein Portraitfoto bezeichnet, das das Erscheinungsbild einer Person – insbesondere ihr Gesicht – in realistischer Weise einfängt, um für Branding und Casting verwendet zu werden.

Branding und Casting werden hier sehr weit verstanden. Denn Headshots sind längst nicht mehr auf die Filmindustrie, in der sie als Marketingtool für Schauspieler aufgekommen sind, beschränkt. Sie werden ebenso als Businessportrait auf der Website verwendet wie als Profilbild im sozialen Netzwerk, als Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf oder als Autorenportrait auf dem Buchumschlag, um nur einige Beispiele zu nennen.

In allen diesen Fällen soll der Headshot für die abgebildete Person und ihre Fähigkeiten (bzw. ihr Leistungsangebot) werben. In den allermeisten Fällen heißt das, die abgebildete Person soll kompetent, aufgeschlossen und sympathisch wirken – kurz: den Betrachter für sich einnehmen. 

Natürlich gibt es auch Headshots, die andere Eigenschaften in den Vordergrund stellen, etwa wenn es um Schauspielerportraits geht, die ein bestimmtes Rollenprofil nahe legen sollen. Doch immer geht es darum, eine klare Botschaft im Sinne der abgebildeten Person zu transportieren. Nichts wäre schlimmer, als wenn der Betrachter eines Headshots ins Grübeln kommt, ob die darauf gezeigte Person den Aufgaben, die ihr gestellt werden, auch tatsächlich gewachsen ist.

Headshots lassen sich also als auf Kopf und Schulterpartie beschränkte Portraitfotos verstehen, die für die abgebildete Person werben sollen.

Wie verhält es sich dann mit anderen Bereichen der Portraitfotografie? Eine ähnlich griffige Formel läßt sich hier nicht angeben. Die Spielarten der Portraitfotografie sind zu vielfältig, um sie über einen Kamm zu scheren. Gemeinsam ist ihnen allerdings – und da sind Headshots miteingeschlossen – die Interaktion zwischen dem Fotografen und der zu portraitierenden Person, die ist die Voraussetzung eines jeden Portraits und macht für mich den besonderen Reiz der Portraitfotografie aus. Aber damit sind wir schon beim nächsten Thema.

Wenn du noch mehr zum Thema Headshot erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Blogbeitrag "WAS IST DENN BITTE EIN HEADSHOT?". Und wenn du nicht nur über Headshots lesen, sondern auch einen haben möchtest, dann vereinbare am besten gleich einen Termin bei deinem Headshot und Portraitfotografen in München.

Was ist denn bitte ein Headshot?

Das ist mit Abstand die häufigste Frage, die mir gestellt wird, wenn ich mich als Headshot Fotograf vorstelle. Kein Wunder! Der Begriff Headshot ist hierzuland wenig gebräuchlich und wird – wenn überhaupt – eher mit Videospielen als einem fotografischen Genre in Verbindung gebracht. Ich habe deshalb versucht, bei uns stärker verbreitete Begriffe zu verwenden. Nach einigem Experimentieren bin ich dann aber wieder zu Headshot zurückgekehrt, weil der Begriff meine fotografische Spezialisierung schlicht am besten beschreibt. Was hat es also mit dem Begriff Headshot auf sich?

vincent@thomaswieland.jpg

Ursprünglich das Portraitfoto der Schauspieler

Wie das englische Wort vermuten lässt, kommt der Headshot aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum, genauer: aus den USA, wo er eng mit der Geschichte der Filmindustrie verknüpft ist. Als Headshot wurde ursprünglich das Portraitfoto bezeichnet, mit dem sich ein Schauspieler für eine Rolle bewirbt. Das ist in der Regel ein 8x10 Inch-Fotoabzug, auf dessen Rückseite der Lebenslauf des Schauspielers und seine Kontaktdaten zu finden sind. Die ungewöhnlichen Abmessungen stammen aus der Zeit, als Portraits mit analogen Großformatkameras gemacht wurden.

Da die Zahl der Schauspieler die Zahl der zu besetzenden Rollen in den USA (aber natürlich nicht nur dort) um ein Vielfaches übersteigt, sind die Anforderungen an einen Headshot hoch: Ein Headshot soll nicht nur das Erscheinungsbild eines Schauspielers, speziell sein Gesicht, in realistischer Weise wiedergeben. Er soll auch einen besonders interessanten Aspekt seiner Persönlichkeit einfangen und die Aufmerksamkeit des Betrachters, sprich: Casting Directors, auf sich ziehen, so dass er in der Masse der eingegangenen Bewerbungen heraussticht.

Anders formuliert: Ein Headshot soll dem Schauspieler die Tür zum Vorsprechen öffnen.

In den USA ein eigenes fotografisches Genre

Es wäre nun spannend, sich die Geschichte des Headshots – vom theatralisch inszenierten Schwarz-Weiß-Bild im Hochformat zum möglichst authentischen Farbportrait im Querformat – etwas genauer anzusehen. Doch will ich das den Kulturwissenschaftlern überlassen. Hier reicht die Feststellung, dass sich Headshots wegen ihrer großen Bedeutung für die Filmindustrie in den USA schnell zu einem eigenen Genre mit entsprechend spezialisierten Fotografen entwickelt haben. Nicht zufällig gibt es die meisten Headshot Fotografen in den beiden Medienmetropolen Los Angeles und New York.

Die Konkurrenz unter Schauspielern und Headshot Fotografen hat dem Genre ausgesprochen gut getan. Die allgemein hohe Qualität der Headshots, die in der US-Filmindustrie zirkulieren, spricht für sich.

Herausragender Vertreter des Genres und treibende Kraft hinter seiner Entwicklung ist der New Yorker Fotograf Peter Hurley, dessen Headshots eine unverwechselbare Handschrift tragen. Peter, den ich zu meinen Lehrern zählen darf, hat nicht nur den weißen Hintergrund und eine extrem gleichmäßige Ausleuchtung seiner Subjekte in der Headshot Fotografie populär gemacht. Er ist vor allem dafür bekannt, den Menschen vor seiner Kamera dabei zu helfen, authentisch zu agieren, weshalb seine Headshots in besonderer Weise die Persönlichkeit der Portraitierten einfangen.

Bei weitem Nicht nur für Schauspieler interessant

Portraitbilder, die für die abgebildete Person werben und ihr dadurch Türen öffnen, sind natürlich nicht nur für Schauspieler interessant und deshalb war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Berufsgruppen Headshots haben wollten. Mit die ersten waren die Haus- und Wohnungsmakler. Das ist in den USA eine ziemlich große Berufsgruppe, die in besonderem Maße darauf angewiesen ist, das Vertrauen potentieller Kunden zu gewinnen. Die Bedeutung eines kompetent und sympathisch wirkenden Headshots, z.B. auf einem Werbeflyer, kann da schwer überschätzt werden.

Spätestens mit der allgemeinen Verbreitung des Internets sind Headshots in den USA zu einem zentralen Bestandteil des Personal und Corporate Brandings geworden, eignen sie sich doch ideal als Profilbilder für Firmenwebsites oder Soziale Netzwerke wie LinkedIn. Nicht nur Schauspieler wissen deshalb um die große Bedeutung eines erstklassigen Headshots für das eigene Business bzw. die eigene Karriere. Neben den Actor Headshot ist deshalb der Business bzw. Corporate Headshot getreten.

Das hat den Kundenstamm vieler etablierter Headshot Fotografen erweitert und, da Business und Corporate Headshots nicht nur in Los Angeles und New York benötigt werden, Fotografen an unzähligen anderen Orten dazu gebracht, sich auf Headshots zu spezialisieren. Wer in den USA, aber auch in anderen englischsprachigen Ländern, ein Portraitbild benötigt, das für Casting oder Branding geeignet ist, sucht deshalb nach einem Headshot Fotografen.

Und in Deutschland?

In Deutschland ist Headshot Fotografie als Genre weitgehend unbekannt, auch wenn sich das allmählich ändert. Natürlich gibt es auch hierzulande das Schauspielerportrait sowie (relativ wenige) darauf spezialisierte Fotografen. Auf andere Branchen hat das aber kaum Auswirkung, was nicht nur an der bei Schauspielerportraits vorherrschenden Ästhetik liegen dürfte.

Jenseits der darstellenden Künste dominieren in der Arbeits- und Geschäftswelt zwei Genres der Portraitfotografie: das Bewerbungsfoto und das Businessportrait.

Ersteres ist in den USA unbekannt, bei uns dagegen nach wie vor fester Bestandteil einer Bewerbung und folgt weitgehend klaren Regeln. Entsprechend gibt es eine große Zahl von Fotografen und Studios, die Bewerbungsfotos anbieten. Die Entwicklung wird hier aber vor allem durch den Preiswettbewerb getrieben, mit der Folge, dass Bewerbungsfotos oft nicht den besten Ruf genießen. Die Zeiten, in denen die klassische Bewerbung der einzige Weg zur neuen Stelle war, sind aber ohnehin vorbei, weshalb es sich lohnt das Bewerbungsfoto im größeren Rahmen des Personal Branding zu betrachten. Darüber habe ich ausführlich in meinem Blogbeitrag “Wie sieht das perfekte Bewerbungsfoto aus?” geschrieben.

Das Businessportrait ist formal weniger stark definiert als das Bewerbungsfoto und reicht vom Mitarbeiterportrait für die Website bis zum Portrait des Vorstandes im Geschäftsbericht. Die Zahl der Fotografen und Studios, die dieses Genre bedienen, steht der Zahl der Bewerbungsfotografen in nichts nach, wobei die Spezialisten in diesem Genre nicht immer leicht zu finden sind.

Alles in allem ist die Situation hierzulande recht unübersichtlich, weshalb der Laie schnell mit dem Problem konfrontiert wird, an wen er sich denn nun wenden soll, wenn er zum Beispiel ein neues Profilfoto für LinkedIn oder XING oder ein Portrait für eine Vortragsankündigung benötigt.

Dabei eint alle diese Genres, dass die von ihnen gelieferten Portraitfotos für die abgebildete Person und ihre Fähigkeiten werben sollen. Damit sie das in optimaler Weise machen, bedarf es freilich eines ganzen Sets spezieller Fähigkeiten, die nicht einfach im Vorbeigehen zu erwerben sind. Die aus den USA stammende Headshot Fotografie ist hier mit ihrer frühen Spezialisierung und stetigen Weiterentwicklung beispielhaft vorangegangen. Sie liefert Portraitfotos, die ideal für Casting und Branding verwendet werden können – egal ob als Businessportrait auf der Website, als Profilbild im sozialen Netzwerk, als Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf, als Schauspielerportrait auf der Casting Card oder auch als Autorenportrait auf dem Buchumschlag.

Du möchtest dich auch mit einem erstklassigen Headshot präsentieren? Dann bietet dir, die von Peter Hurley ins Leben gerufene Headshot Crew auf ihrer Website das wohl weltweit größte Verzeichnis professioneller Headshot & Portraitfotografen. Du musst auf https://headshotcrew.com/locate nur deinen Wohnort eingeben und siehst dann, welche Headshot Fotografen in deiner Nähe sind.

Du kannst aber auch einfach einen Termin bei deinem Headshot & Portraitfotografen in München vereinbaren. Ich freue mich!

Ein erstklassiges Profilbild vergrössert deine Chancen bei der Bewerbung

Das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn hat eine Studie durchgeführt, die die große Bedeutung erstklassiger Profilbilder auf Social Media Plattformen für eine erfolgreiche Bewerbung unterstreicht.

Demnach suchen Arbeitgeber gezielt nach Informationen zu ihren Bewerbern im Internet und lassen sich dann bei der Vorauswahl ihrer Kandidaten stark von den dort vorgefundenen Profilbildern beeinflussen. In der Studie wurde der Bewerber mit dem „attraktivsten“ Profilbild sogar um 40 Prozent häufiger zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als sein Mitbewerber mit dem „am wenigsten attraktiven“ Profilbild bei sonst gleichen Qualifikationsmerkmalen. Eine Bewerbung ohne ein Bewerbungsfoto, wie sie nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) völlig unproblematisch sein sollte, bedeutet deshalb noch lange nicht, dass das eigene Erscheinungsbild bei der Jobsuche keine Rolle spielt.

Außerdem interessant: Je höher die Qualifikationsanforderung der ausgeschriebenen Stelle war, um so wichtiger wurde das Profilbild.

Präsentierst du dich bereits mit einem erstklassigen Profilbild, das für dich und deine Leistung wirbt, im Sozialen Netzwerk? Wenn nicht, dann solltest du den Termin für deine Headshot Session nicht auf die lange Bank schieben und deine Professionalität mit einem entsprechenden Bild auch visuell untermauern.

Tethered Shooting beim Headshot & Portraitfotografen?

In der Regel mache ich auf meinem Blog einen großen Bogen um technische Fragen. Denn egal, ob sie ihren Headshot als Businessportrait, Bewerbungsfoto oder auch Profilbild verwenden wollen, meine Kunden interessieren sich für die Bilder, die sie bekommen, nicht für die technischen Bedingungen, unter denen sie entstehen. Zumindest bin ich bislang bei keiner meiner Headshot oder Portraitsessions danach gefragt worden, welche Blitzsynchronzeit meine Kamera hat oder auf welche Farbtemperatur meine Blitze ausgelegt sind.

Insofern mag es besonders befremdlich wirken, dass ich nun ausgerechnet das Thema tethered shooting aufgreife, das selbst viele meiner Kollegen lieber links liegen lassen. Doch anders als Blitzsynchronzeiten und Farbtemperaturen ist tethered shooting tatsächlich für alle interessant, die einen Headshot bzw. ein Portraitfoto von sich benötigen. Ich erkläre gleich weshalb. Zunächst will ich aber die Frage beantworten, was tethered shooting überhaupt ist.

Beim  tethered shooting  wird die Kamera über ein Datenkabel mit dem Computer verbunden.

Beim tethered shooting wird die Kamera über ein Datenkabel mit dem Computer verbunden.

Am besten lässt sich der Begriff als “kabelgebundenes Fotografieren” ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist ein technisches Verfahren der Digitalfotografie, bei dem die Kamera über ein Datenkabel mit einem Computer verbunden wird. Zusammen mit einer geeigneten Software erlaubt das die Kamera über den Computer zu steuern und – in unserem Zusammenhang wichtiger – die Bilder direkt auf dem Computerbildschirm zu betrachten.

Letzteres wäre im Prinzip zwar auch auf dem Monitor möglich, der auf der Rückseite der Digitalkameras angebracht ist. Um die Bilder eines Shootings ausreichend beurteilen zu können, ist der aber viel zu klein – und um mit zwei oder mehr Leuten die Details eines Fotos zu besprechen sowieso.

Bei großen Fotoproduktionen, bei denen die Verantwortung für das Ergebnis auf mehreren Schultern liegt und an denen nicht selten auch der Auftraggeber teilnimmt, ist tethered shooting Standard. Denn es erlaubt allen Beteiligten, die Bilder schon während des Shootings zu begutachten und bei Bedarf einzugreifen, um Änderungen vorzunehmen. So ist sichergestellt, dass am Ende des Shootings auch tatsächlich die Fotos im Kasten bzw. auf dem Datenspeicher sind, die man haben möchte.

Und genau das ist natürlich auch das Ziel einer Headshot & Portraitsession, weshalb nicht einsichtig ist, warum hier auf tethered shooting verzichtet werden sollte. Für mich ist das jedenfalls ein Standard, hinter den ich nicht zurückgehen möchte. Und du solltest deinen Fotografen auch danach fragen.

Tethered shooting erlaubt es mir als Portraitfotografen, meine Kunden schon während des Shootings immer wieder vor den Computerbildschirm zu holen, um gemeinsam mit ihnen die gerade aufgenommenen Bilder zu besprechen. Ich möchte wissen, was meinen Kunden gefällt und was nicht, um sicher zu gehen, dass sie am Ende der Session mit ihren Headshots wirklich zufrieden sind. Ein Businessportrait, Bewerbungsfoto oder auch Profilbild, hinter dem man nicht steht, eignet sich schließlich nicht für Branding, Casting & Business.

Ich nütze den Computerbildschirm aber nicht nur, um während des Shootings das Feedback meiner Kunden einzuholen. Der Computerbildschirm ist für mich zugleich ein unersetzbares Coachinginstrument. Erkläre ich meinen Kunden zum Beispiel, wie sie durch ihre Kopfhaltung ihre Kinnlinie verbessern können, dann kann ich ihnen das Ergebnis gleich auf dem Computerbildschirm zeigen. So lernen sie, sicher vor der Kamera zu agieren, und entwickeln ein Gespür dafür, wie sie ihr Erscheinungsbild beeinflussen können. Denn fotogenes Auftreten ist nicht angeboren, sondern kann tatsächlich gelernt werden, und tethered shooting ist dabei ein unverzichtbares Hilfsmittel.

Wenn du also einen Portraitfotografen suchst, dann erkundige dich unbedingt danach, ob er tethered fotografiert. Warum solltest du auf die Vorteile dieser Technik verzichten?

Und für die Kollegen, die jetzt wissen möchten, welche Soft- und Hardware ich verwende, um kabelgebunden zu fotografieren: Die Software heist Capture One Pro, das Datenkabel und die sonstige Hardware sind von Tether Tools. Nicht-Fotografen können diese Details freilich egal sein...

Wie sieht ein erfolgreiches Lachen aus?

Dieser Frage ist ein Forscherteam um Nathaniel E. Helwig an der University of Minnesota nachgegangen. Die Forscher simulierten auf einem Computerbildschirm ein dreidimensionales, lachendes Gesicht und variierten dann die Stellung der Mundwinkel, die Breite des Mundes, die Sichtbarkeit der Zähne und die Symmetrie der Mundhälften.

Mehr als 800 Probanden wurden gebeten, die Wirkung dieser Variationen zu beurteilen, um das erfolgreichste Lachen zu identifizieren. Die Probanden sollten angeben, wie der jeweilige Gesichtsausdruck auf sie wirkte und für wie wirkungsvoll, echt und einnehmend sie das jeweilige Lachen hielten. Dabei förderten die Forscher einige interessante Ergebnisse zu Tage.

So zeigte sich, dass entgegen einer weit verbreiteten Annahme das breiteste Lachen nicht unbedingt das erfolgreichste sein muss. Vielmehr spielen hier auch die Stellung der Mundwinkel und die Sichtbarkeit der Zähne ein wichtige Rolle. Ein schmales Lächeln kann deshalb durchaus mehr bewirken als ein breites Lachen. Das gilt allerdings nur, wenn dabei keine Zähne sichtbar werden. Von sichtbaren Zähnen profitiert nur ein breites Lachen. Bei einem schmalen Lächeln können Zähne dagegen den Eindruck von Ängstlichkeit erzeugen.

Entgegen einer weiteren, häufig anzutreffenden Annahme ist auch eine perfekte Symmetrie beim Lachen eher ab- als zuträglich. Kleine Symmetrieunterschiede scheinen nämlich zum Eindruck der Echtheit und damit zum Erfolg eines Lachens beizutragen.

Für Gesichtschirurgen und Computeranimateure dürften diese Ergebnisse sicherlich von Interesse sein, wenn es darum geht, ihren Patienten oder programmierten Geschöpfen (wieder) zu einem erfolgreichen Lachen zu verhelfen. Als Anleitung, um vor dem Badezimmerspiegel sein Lachen zu optimieren, eignen sie sich freilich nicht. Denn: Wir können unsere Gesichtszüge beim Lachen nur schwer kontrollieren.

Ein natürliches Lachen ist schwer zu schlagen, oder?

Ein natürliches Lachen ist schwer zu schlagen, oder?

Als Headshot Fotograf fordere ich meine Kunden deshalb auch nicht zum Lachen auf. Das funktioniert nicht. Und so sehr ich mich durch die Ergebnisse der hier vorgestellten Studie in meiner Bewertung von Gesichtsausdrücken bestärkt fühle, Sätze wie „Ein wenig breiter lachen!“, „Mehr Zähne!“ oder „Ein wenig mehr Asymmetrie!“ werde ich auch in Zukunft nicht in mein Coaching einbauen. Um meinen Kunden ein „erfolgreiches Lachen“ ins Gesicht zu zaubern, habe ich andere und bessere Methoden.

Die hier zitierte Studie ist unter https://doi.org/10.1371/journal.pone.0179708 zu finden.

Du hast keine Zehntelsekunde, um einen guten Eindruck zu machen

Wir haben vermutlich alle einmal gelernt, dass wir nicht voreilig über unsere Mitmenschen urteilen sollen und schon gar nicht aufgrund von Äußerlichkeiten. Doch egal wie sehr wir das befürworten, unser Gehirn funktioniert offenbar anders. Psychologen an der Princeton University haben jedenfalls gezeigt, dass unser Gehirn in weniger als einer Zehntelsekunde darüber entscheidet, ob wir jemanden für attraktiv, kompetent und sympathisch halten. Diese Zeitspanne ist so kurz, dass für rationales Abwägen keine Zeit bleibt.

In ihrem Versuch haben die Wissenschaftler ihren Testpersonen Portraitbilder von unbekannten Personen für verschieden kurze Zeitspannen gezeigt und um eine Bewertung gebeten. Gefragt wurde nach Eigenschaften wie Vertrauenswürdigkeit, Attraktivität, Kompetenz etc. Dabei zeigte sich, dass die Testpersonen auch bei zunehmender Betrachtungszeit im wesentlichen an ihrem einmal gefällten Urteil festhielten. Was sich änderte war lediglich das Vertrauen in das eigene Urteil, das mit der Betrachtungszeit zunahm.

Die Psychologen vermuten, dass es sich hier um einen entwicklungsgeschichtlich relativ alten Mechanismus handelt, der in Gehirnarealen abläuft, die z.B. auch für Angstreaktionen zuständig sind (mehr zu der Studie auf der Seite Homepage der Princeton University.)

Die physiologischen Grundlagen dieses Verhaltens müssen uns hier nicht interessieren. Du solltest aber auf keinen Fall darauf vertrauen, dass sich Besucher deines Social Media Profils oder deiner Website allzu lange mit dem Studium deines Profilfotos oder Businessportraits aufhalten, um sich ein Urteil über dich zu bilden. Riskiere deshalb nicht, den ersten Eindruck zu vermasseln und setze auf einen professionellen Headshot, der auf Anhieb überzeugt. Am besten, du sicherst dir gleich einen Termin für deine Headshot Session.