Verschränkte Arme auf Headshots?

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Verschränkte Arme vor der Brust – vielen gilt das als "klassische" Pose in der Businessfotografie. Entsprechend weit ist diese Körperhaltung verbreitet, nicht zuletzt auf den Profilbildern, die auf Plattformen wie LinkedIn und XING verwendet werden.

Aber das heißt natürlich nicht, dass vor der Brust verschränkte Arme dort auch tatsächlich etwas zu suchen haben.

Wie verhält es sich mit dieser Pose? Soll man auf Business Headshots die Arme verschränken?

Das Bild zu diesem Beitrag legt es nahe: Meine Antwort ist ein klares Nein.

Dafür gibt es gute Gründe.

Ein Headshot, egal ob er als Profilbild, Businessportrait oder Bewerbungsfoto verwendet wird, ist eine visuelle Visitenkarte. Als solche bestimmt er den ersten Eindruck, den man sich von einer Person macht.

Seine Aufgabe ist die persönliche Ansprache zu ersetzen, Vertrauen in die abgebildete Person zu schaffen, sie selbstbewusst und aufgeschlossen zu präsentieren.

Eben dieser Aufgabe wird die Verschränkte-Arme-vor-der-Brust-Pose jedoch nicht gerecht.

Zwar gibt es unterschiedliche Lesarten dieser Körperhaltung, die – wie Psychologen betonen – immer im Kontext gesehen werden muss und deshalb nicht eindeutig ist. Die Spanne reicht von ängstlich bis dominant. Einig ist man sich aber, dass verschränkte Arme weder Aktionsbereitschaft noch Aufgeschlossenheit signalisieren.

Genau das würde man aber von einer Person erwarten, die einem das erste Mal gegenüber tritt. Wir freuen uns, wenn sie die Initiative ergreift, um uns kennenzulernen, wenn sie aufgeschlossen und interessiert auf uns zugeht.

Nicht umsonst sprechen wir davon, dass uns jemand mit offenen Armen empfängt.

Vor der Brust verschränkte Arme senden also die falsche Botschaft aus, wenn es darum geht, Kontakte zu knüpfen, Kunden zu gewinnen oder seine Karriere voranzutreiben.

Aber warum ist diese Pose dann so häufig in der Businessfotografie anzutreffen?

Das liegt vor allem daran, dass sich viele Menschen vor der Kamera unsicher fühlen und nicht wissen, was sie mit ihren Händen machen sollen.

Verschränkt man die Arme, sind die Hände aufgeräumt. Nur leidet in der Regel die Bildaussage darunter.

Für eine überzeugende Bildaussage müssen die Arme aber gar nicht mit aufs Foto. Kopf und Schulterregion sind völlig ausreichend. Denn Selbstbewusstsein und Aufgeschlossenheit lassen sich über den Gesichtsausdruck transportieren.

Da ist ein enger Bildzuschnitt völlig ausreichend.

Hinzu kommt, dass Headshots häufig in kleinen Formaten verwendet werden: Wer auf seinem Profilbild auf LinkedIn oder XING erkannt werden möchte, sollte sein Gesicht möglichst groß zeigen und den knappen Platz nicht an verschränkte Arme verschwenden.

Und wenn für andere Verwendungszwecke tatsächlich ein deutlich weiterer Zuschnitt, sprich: ein Halbkörperportrait benötigt wird, wird ein erfahrener Fotograf eine Lösung jenseits der verschränkten Arme finden.